Karibisches Mistwetter

Ab Dienstag waren fünf Tage Mistwetter angesagt. Wir hatten uns überlegt, diese Zeit geschützt und sicher vor Charlotte Amalie, der Hauptstadt von St. Thomas zu verbringen. Die Ankerbucht hat einen recht schmalen Zugang und ist auch sonst sehr gut geschützt.

So motorten wir am Montagmorgen früh los, da wir die FIRST STEP dort noch treffen wollten, bevor diese nach Puerto Rico aufbrach. Wie unter Langfahrtsegler oft üblich, hatten wir noch ein paar Filme ausgetauscht und die Festplatte musste noch zurück zu ihrem Besitzer. So suchten wir uns um halb elf schon einen Ankerplatz in dem riesigen Ankerfeld. Wie so oft entschieden wir uns dafür, etwas weiter draußen zu bleiben. Neben uns lag die Emily Morgan, ein Schiff, das wir schon von der ARC her kennen. Leider war aber niemand an Bord zu sehen. Mit dem Dinghi ging es dann rüber zur FIRST STEP. Die drei hatten noch Zeit für einen kleinen Plausch, bevor sie sich auf dem Weg machten und es gab auch noch einen zweiten leckeren Kaffee 🙂

Am Nachmittag kam dann der erste Teil des schlechten Wetters in Form von Regen über die Bucht. Erst gegen fünf Uhr hatte sich das Wetter wieder so weit beruhigt, dass wir einen Landgang wagen konnten. So tuckerten wir mit dem Dinghi in Richtung der Marina und versuchten, an dem völlig überfüllten Dinghi-Steg noch ein Plätzchen zu ergattern. Wie so oft endete die erste Erkundungstour im Supermarkt 🙂 Man muss halt Prioritäten setzen. Nicht dass wir in der weiten Welt „spontan“ verhungern müssen. Dieser lag aber auch so nah direkt vor dem Marina-Tor, dass sowieso kein Weg daran vorbei geführt hätte. Auch hier waren die Einkaufsmöglichkeiten amerikanisch gut. So dauerte es eine Weile, bis wir all unsere Wünsche erfüllt und in unserem Einkaufswagen verstaut hatten. Da der immer schwerer wurde, parkten wir ihn schon mal in der Nähe der Kasse, und holten die letzten vergessenen Dinge aus den Regalen. Irgendwann aber war er einfach verschwunden – weg war er, unser Einkaufswagen! Eigentlich war er doch wirklich gut zu erkennen gewesen, denn zwei große Ananas hatten im Kindersitz Platz gefunden und machten ihn unverwechselbar. Etwas genervt machten wir uns auf die Suche und mussten uns nach zehn Minuten eingestehen, dass die Verwechslung der Einkaufswägen so weit gegangen war, dass jemand mit unseren Einkäufen an die Kasse gegangen und mit dem gesamten Inhalt unseres Wagen nach Hause verschwunden war. Das gibt es doch gar nicht 🙁 Jetzt mussten wir wieder von vorne anfangen. Sicherheitshalber ließen wir unseren neuen Einkaufswagen nicht mehr aus den Augen und wir schafften es trotz der Verzögerung gerade noch vor dem nächsten Regenguss zurück auf der CESARINA zu sein. Das war wirklich kein Wetter, das zu Ausflügen oder anderen Unternehmungen motivierte.

Am Dienstag kam dann auch noch der versprochene Wind dazu und wir vertrödelten den Tag unter Deck. Irgendwie taten uns die Kreuzfahrer fast leid, die nur einen Tag auf der Insel verbringen konnten und dann so ein schlechtes Wetter erwischt hatten. Genauso ging es auch dem Besuch der VIA. Die Drei hatten mit Abstand die Tage mit dem schlechtesten Wetter erwischt. Aber davon sollte man sich nicht aufhalten lassen. Und so waren wir auch wieder sehr motiviert als uns die VIA, die gegen Mittag vor Charlotte Amalie vor Anker gegangen war, zum Landausflug einlud. Der erste Versuch fiel zwar buchstäblich ins Wasser und so tranken wir den Nachmittagskaffee getrennt an Bord der eigenen Schiffe. Aber die nächste größere Regenpause nutzen wir, um mit unseren Dinghis ans Town-Dock zu fahren und die Innenstadt zu erkunden. Charlotte Amalie lebt von und mit den Kreuzfahrern. Die Innenstadt ist gepflegt und unzählige Geschäfte für die verschiedensten Luxusgüter sind in kleinen Passagen und netten Malls untergebracht. Wenn der letzte Kreuzfahrer den Hafen verlässt, schließen die Geschäfte 🙂 Das mussten wir leider feststellen. So machen wir einen kurzen Spaziergang, die „99 Steps“ hinauf auf einen Aussichtspunkte neben Blackwood Chalets (auch schon geschlossen) bevor wir im Green House lecker zu Abend aßen.

So vertrödelten wir die Schlechtwettertage und verbrachten viel Zeit an Bord. Nebenbei kümmerten wir uns um Dinge wie Wäsche waschen, weitere Einkäufe, einen sehr enttäuschenden Besuch beim Yachtausrüster und viele andere Dinge, die es auf einem Boot so zu erledigen gibt. Auch unsere Gasflasche versuchten wir aufzufüllen, leider erfolglos. Weitere Erkundungen an Land waren leider nicht von Erfolg gekrönt. Denn als endlich mal kein Kreuzfahrtschiff an der Pier lag entschieden wir, den Schmetterlingsgarten besuchen zu wollen. Der hatte aber folgende Öffnungszeiten: Ship Day 8:30 -16:00 Uhr – na prima, nur geöffnet für die Kreuzfahrer. Auch eine Dinghi-Erkundungstour zu Hassel-Island scheiterte, da überall am Ufer entweder große Steine oder private Stege ein Anlanden unmöglich machten. Trotzdem waren es schöne Tage mit der VIA. Wir kochten gemeinsam, lernten ein neues Kartenspiel von Vincent und tranken auch den einen oder anderen Sundowner zusammen. So stand dann auch fest, dass unser Weg uns gemeinsam nach Puerto Rico führen würde. Am Sonntag sollte es endlich losgehen.

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