15 Tonnen aufs Land gesetzt

Pünktlich um 9:00 winkte der Marinero zu uns herüber und gab somit das Zeichen, dass wir uns fertig machen sollten, unsere SUMMER mit dem Heck zuerst unter dem Kran zu positionieren. Katja und ich hatten das Manöver zuvor durchgesprochen und uns beiden war klar, was zu tun ist. Ohne Eile und Hektik war die SUMMER dann auch bald an den vier Festmachern belegt und schwamm mittig ausgerichtet unter dem Lift. Die breiten Gurte befanden sich bereits unter dem Schiff und wurden jetzt in Position zu den Kranmarken (Markierungen, wo der Gurt liegen soll) gebracht. Es ist schon ein gewaltiger Unterschied, ob man sein Schiff jedes Jahr beim Yachtservice abgibt, die es dann ins Winterlager verbringen oder ob man alles selber erledigen muss J. Aber der Mensch wächst ja bekanntlich mit seinen Aufgaben.

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Nach einer gründlichen Kontrolle ging es dann langsam aufwärts und nach gut fünf Minuten war unser Deck auf gleicher Höhe mit dem Kai. Jetzt wurde es Zeit, das Boot zu verlassen. Unsere SUMMER wurde mit dem Dampfstrahler von Algen und sonstigem Bewuchs befreit, bevor sie dann zur endgültigen Parkposition transportiert wurde.

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Jetzt erst kam eigentlich der Moment, der mir in den letzten Tagen am meisten Kopfzerbrechen bereitet hatte. Das Ruder musste raus, weil wir ja ein Problem mit dem Ruderlager hatten. Auch hier hatten wir uns gut vorbereitet. Derweil ich im Schiff den Ruderquadranten von dem massiven Ruderschaft demontierte, hatte Katja eine Vorrichtung aus Leinen und zwei Flaschenzügen angefertigt und um das Ruder gelegt. Katja hob das gut 80 Kilo schwere Teil mit Hilfe von Jose ein Stück an und ich konnte den letzten Bolzen an Deck lösen, der das Ruder noch fixierte. Katjas Vorrichtung hielt das Gewicht und der Lift hob die SUMMER langsam weiter in die Höhe. Mit jedem weiteren Zentimeter glitt das Ruder weiter aus dem Lager hinaus, bis es nach gut einem Meter frei war. Jose staunte nicht schlecht, als wir das schwere Teil wegtrugen, denn mit so viel Gewicht hatte er nicht gerechnet J. Aber genau wegen der soliden Bauweise und Qualität haben wir uns ja für eine Yacht von der SCHÖCHL Werft entschieden. Nach weiteren 45 Minuten stand unsere SUMMER zu allen Seiten hin abgestützt auf ihrem Parkplatz. Uns fiel jedenfalls ein großer Stein von Herzen, weil alles viel besser verlaufen war als gedacht!

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Die Inspektion des Ruderlagers ergab, dass es sich in einem hervorragenden Zustand befand. Keinerlei erkennbare Korrosion am Lagerkörper oder nennenswerte Einlaufspuren an den beweglichen Teilen des Lagers waren zu erkennen. Auch dort hat SCHÖCHL wohl ganze Arbeit geleistet J Auch Jose der Marinero zeigte sich von der Qualität im Allgemeinen sichtlich begeistert. Das positive Urteil freut den Eigner natürlich sehr, denn immerhin sehen die Jungs ja einige Schiffe im Laufe der Jahre und haben ein Auge dafür, was sich bewährt hat und was nicht.

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Abschließend saßen wir abends zufrieden im Salon der SUMMER. Die Schäden schienen sich nur auf ein paar defekte Dichtungen im Ruderlager zu beschränken. Nach über acht Jahren darf das gern einmal passieren. Wir waren sehr froh, dass wir noch nicht in der Südsee unterwegs waren. Denn dort wäre es bestimmt weniger lustig gewesen, nach jedem Törn 30-60 Liter Wasser aus dem Schiff zu pumpen und keine Werft mit Lift in der Nähe zu haben. Von den fehlenden Spezialwerkzeugen und Ersatzteilen mal ganz zu schweigen. Laut Internet-Sendungsverfolgung, die wir die letzten Tage immer wieder kontrolliert hatten, sollten die neuen Dichtungen bereits morgen mit UPS hier eintreffen.

 

 

 

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