Abschied von Mount Desert Island

Nach dem letzten Wochenende hatten wir die Nase eigentlich immer noch ziemlich voll, als Montagmorgen der Werftalltag wieder begann. Bald sah es im Schiff wieder aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen und an den verbleibenden Baustellen wurde weiter fleißig gearbeitet.

Endlich sollte unser Abschied konkreter werden und ein Blick aufs Wetter legte den Mittwoch als optimalen Abfahrtstag nahe. Nach so langer Zeit an einem Ort ist der nahende Abschied irgendwie immer so eine Sache für sich. Auf der einen Seite wollen wir endlich weiter, besser gestern als morgen. Auf der anderen Seite gab es eine ganze Menge besonders schöner Ecken hier auf der Insel, die wir in unser Herz geschlossen hatten.

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Als es mir am Montag mit den Handwerkern echt zu viel wurde, beschloss ich noch einmal zum Schmetterlingsgarten in Southwest Harbor zu gehen. Bei dem Wind, der an diesem Tag herrschte, war zwar mit Schmetterlingen nicht wirklich zu rechnen, aber bei dem Sonnenschein würde der Ausflug meine angeschlagene Stimmung doch deutlich verbessern. Außerdem konnte ich noch einen Umweg bei der Post vorbei machen, um endlich meine Postkarten auf den Weg zu bringen und noch ein paar letzte Erinnerungsfotos von den liebgewonnenen Orten machen.

Gesagt, getan :-).

Als ich nach mehr als drei Stunden wieder zurück in der Marina war, hatte ich war meine Postkarten immer noch im Rucksack (Briefmarken waren leider aus :-)), aber meine Speicherkarte war mit tollen Kolibri- und Herbstbildern gut gefüllt.

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Da auch Dietmar aussah, als könnte er einen Tapetenwechsel vertragen, nahmen wir den Hinckley-Truck und fuhren Nach Bar Harbor, um noch einmal ein leckeres Eis zu essen. Anschließend fuhren wir zum Sonnenuntergang anschauen auf den Cadillac Montain. Die Natur lieferte uns dort wirklich ein grandioses Abschiedsscenario 🙂

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Mittwoch gingen unsere Reisevorbereitungen dem Ende zu. Eben wurde noch schnell die letzte Wäsche gewaschen, während im Vorschiff die letzten Klampen abgedichtet wurden. Für die Nacht war heftiger Wind angesagt und alle Boote mussten am Nachmittag den Steg verlassen und an eine Mooring verlegen. Das war uns eigentlich etwas lästig, da morgen ganz früh die wirklich allerletzten Dinge erledigt werden sollten, bevor wir dann endlich am Mittag in Richtung Süd-Westen aufbrechen konnten. Aber sicher ist sicher und so machten wir uns gegen Abend dann auch auf den Weg. Leider war ich an den Leinen so voreilig, dass ich bei dem plötzlich aufkommenden Seitenwind plötzlich ganz alleine am Steg stand und Dietmar mit dem Schiff schon unfreiwillig früh abgelegt hatte. Da muss sich das Team wohl noch erst einmal etwas einspielen 🙁 Netterweise kam Dietmar mich nach einer gefahrenen Runde vor dem Steg doch noch abholen und ich musste nicht am Steg übernachten. Auch beim Aufnehmen der Mooring gab es noch leichte Koordinationsprobleme. Nach so langer Pause muss ich wohl komplett neu angelernt werden 🙁 Aber Kochen konnte ich wenigsten noch und so machte uns erstmal ein leckeres Abendessen, als draußen wie vorhergesagt Wind und Regen einsetzten. Einen letzten Besuch in unserem Lieblingsrestaurant „Sips“ hatten wir wegen des ungemütlichen Wetters gestrichen.

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Am nächsten Morgen lagen wir schon um halb sieben wieder am Steg. Alle Manöver hatten wunderbar wie im Bilderbuch geklappt 🙂 Vielleicht hatte ich ja doch nicht alles vergessen. Gegen Mittag wollten wir endlich aufbrechen und trieben unseren armen Tischler, der immer noch im Vorschiff mit einigen undichten Stellen im Deck kämpfte, an den Rand des Nervenzusammenbruches. Pünktlich um ein Uhr war er zwar seiner Meinung nach immer noch nicht fertig und schon gar nicht so weit, wie er sich das vorgestellt hatte, aber immerhin war es so weit, dass er uns mit weiteren Anweisungen abfahren ließ.

Nachdem wir uns von allen verabschiedet hatten, ging es endlich los. Im strahlenden Sonnenschein tuckerten wir unter Maschine aus der Bucht. Die unzähligen Lobster-Bojen waren eine echte Herausforderung. Wenn wir eine zu nah passierten, stellte Dietmar die Maschine lieber auf neutral, damit der Propeller nicht die Leinen hineinziehen konnte. Und jedes Mal ging unsere Maschine dabei aus 🙁 Das war zwar schon gestern Abend bei unserer Fahrt zur Mooring der Fall gewesen, aber gestern hatte das eindeutig am fehlenden Gefühl der Steuerfrau für den Gashebel gelegen. Das konnte natürlich heute nicht der Fall sein, wo doch der Kapitän selbst das Steuer in der Hand hatte 🙂 Nach dem fünften Mal drehten wir um. Enttäuscht und genervt legten wir wieder am Steg an. Irgendwie war im Moment wohl der Wurm drin und nichts klappte wie geplant.

Bei Hinckley war man nicht besonders erfreut, uns so schnell wieder zu sehen. Das hatte aber erfreulicherweise keine persönlichen Gründe 🙂 Schnell wurde unsere Maschine einer weiteren kritischen Prüfung unterzogen, mit einem entsprechenden Experten telefoniert und dann Einstellungen an der Einspritzpumpe verändert. Und siehe da, jetzt lief sie wieder wie eine Eins. Mal sehen, was unserer CESARINA morgen einfallen würde, um unsere Abfahrt weiter zu verzögern. Anscheinend hatte sie sich hier zu gut eingelebt 🙂

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