Völlig benebelt

Lösungsmitteldämpfe sind mir als Chemiker ja nicht völlig fremd, aber heute hatte ich ein Geruchserlebnis der ganz besonderen Art.

Da das Wetter an diesem Wochenende schlechter werden sollte und sogar Regen angesagt war, hatte ich mir für den Samstag vorgenommen, die Küchenschränke von innen neu zu lackieren. Direkt nach dem Frühstück verwandelte ich also den Innenraum der CESARINA wieder in ein Schlachtfeld, denn es musste ja wieder alles raus aus den Schränken. Als endlich alles leer war, war ich wirklich beeindruckt, wie viel Platz unsere neue Pantry (schiffsdeutsch für Küche) doch bot. Fleißig fing ich an, die Oberflächen anzuschleifen und zu reinigen. Ich wollte ja nicht noch einmal so ein Fiasko wie bei meinen ersten Lackierversuchen erleben . Als alles vorbereitet war, setzte ich den 2-Komponenten-Lack an und begann nach der angeratenen Wartezeit von 10 Minuten hoch motiviert den Pinsel zu schwingen.

Eigentlich ging mir die Arbeit recht leicht von der Hand, aber die Tiefe der Schränke machte mir etwas zu schaffen. Der Schrank unter der Arbeitsplatte hat eine beeindruckende Breite von über einem Meter bei mehr als 60 Zentimetern Tiefe. Da muss man zum Lackieren schon hineinkriechen, wenn man möglichst alle Ecken erwischen will. So kämpfte ich mich hustend im ekligen Gestank durch die Tiefen der Schränke und war nach kurzer Zeit völlig benebelt 🙁 Bald war im ganzen Schiff die Luft so dick, dass man sie in Scheiben schneiden konnte. Lüften war wegen des heftigen Regens leider nicht möglich. Das hatte ich ja super geplant – über das Geruchsproblem hatte ich mir aber überhaupt keine Gedanken gemacht. Und gerade ich sollte es doch besser wissen 🙁

Gut, dass die MIELI immer noch bei uns am Steg in Vilamoura lag. Emil und Marita gewährten uns Asyl inklusive frischem Kaffee 🙂 Als ich nach vollbrachter Arbeit etwas später zu der Runde stieß, rümpften die Drei kurz die Nase. Anscheindend war ich im Moment eine wandelnde Geruchsbelästigung 🙂 Also verschwand ich schnell unter schnell noch unter der Dusche.

Auch das Abendessen musste heute nochmal außerhalb der CESARINA stattfinden 🙂 Kochen wäre ja auch schwierig gewesen denn die gesamte Einrichtung stand ja noch im Salon herum. So gönnten wir uns noch einmal zu Viert ein leckeres Sushi vom Japaner. Als wir später am Abend zurück auf dem Boot waren, waren die Lösungsmittelschwaden schon so gut wie verflogen und unserer Nachtruhe stand nichts mehr im Wege.

 

One thought on “Völlig benebelt

  • October 19, 2015 at 7:25 pm
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    Hi, es gibt wirklich gute Atemmasken von 3M (ca. 25€). Die kann man mehrfach verwenden und an riecht selbst unter widrigsten Bedingungen nichts. Ich hatte so ein Teil, als ich unter den Kojen die Kupferfolie laminiert habe und war echt begeistert. Wäre vielleicht eine gute Investition für die Zukunft.
    Dietmar wünsche ich schnelle Genesung. Rücken ist echt doof.

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