Was man alles tun muss, um eine Gelbfieberimpfung zu bekommen

Golf spielen in Pasito Blanco auf Gran Canaria ist ein sehr teures Vergnügen. So teuer, dass Hille und Torsten ihren gestern gefassten Plan nach der Preisauskunft wieder verwarfen. So wurde nichts aus dem zweiten gemütlichen Abend und schon wieder stand „Abschied nehmen“ auf der Tagesordnung. Langsam hatte ich wirklich genug 🙁 Aber auch diese Beiden sehen wir ja nächstes Jahr in der Karibik wieder und bis dahin, gibt es ja Emails und WhatsApp. Immerhin ein kleiner Trost.

Heute wollten wir zwei wichtige Dinge erledigen. Da die Marina Pasito Blanco keinen kostenlosen Wlan-Zugang hat, wollte ich auch eine Prepaid-Daten-Karte für das spanische Mobilfunknetz haben. Schwieriger würde es werden, die Gelbfieberimpfung, die ich für meine Reise mit meiner Mutter im Januar zwingend benötigte, hier auf den Kanaren zu bekommen. Dies erste war die eindeutig leichtere Aufgabe von den Zweien

Gran Canaria ist ein beliebtes deutsches Reiseziel und mehrfach hatten wir schon Werbung für ein deutsches Ärztehaus in Maspalomas gesehen. So führte uns unser erster Weg dorthin. Deutlich sichtbar waren schon an der Hauptstraße Werbeplakate platziert, trotzdem dauerte es seine Zeit, bis wir zum einen das richtige Einkaufszentrum und dann in diesem die winzige Praxis (Ärztehaus!) gefunden hatten. Aber immerhin sprach man dort deutsch 🙂 „Gelbfieberimpfung, da könne man nicht weiter helfen! Wer da helfen könne, keine Ahnung. Vielleicht das Centro de Salud? Wo das Nächste wäre, wisse man aber auch nicht“. Na prima, eine Stunde später und keinen Deut schlauer standen wir wieder auf der Straße.

Vielleicht konnte ja das Internet helfen. Also besorgten wir zuerst die Datenkarte und fuhren zurück zum Hafen. Leider waren im Internet auch keine eindeutigen Informationen zu finden. So versuchten wir es mal im Hafenbüro, vielleicht hatten die ja eine Idee. Dort schickte man uns zurück nach Maspalomas zum Hospital und wenn die uns nicht helfen könnten, dann zum Centro de Salud. Vorsichtshalber hatte Dietmar schon die spanischen Vokabel für Gelbfieber = fibre amarilla und Impfung = vacuna herausgesucht. Und das war auch sehr gut so, denn leider verstand die Dame am Empfang des Hospitals kein einziges Wort Englisch, geschweige denn deutsch. Nachdem wir uns soweit verständlich gemacht hatten, bekamen wir auch hier die Antwort, dass man uns nicht weiter helfen könne. Also weiter zum Centro de Salud. Bewaffnet mit unserem recht stilisierten Stadtplan brauchten wir nur noch die Hilfe von zwei Passanten, bis wir das spanische Gesundheitsamt erreichten.

Im Gebäude hieß es dann erstmal „Bitte eine Nummer ziehen“. Nach einiger Zeit waren wir dann auch an der Reihe. Wieder wurden unsere Spanisch-Kenntnisse gefordert. Nach einigem Hin-und –Her und der freundlichen Unterstützung einer jungen Spanierin als Dolmetscherin, die wie wir in der Schlange wartete, wurden wir in den Norden der Insel, nach Las Palmas weitergeschickt. Die freundliche Dame im Vorzimmer schrieb uns noch den Namen des entsprechenden Institutes für derartige Impfungen und eine Telefonnummer auf. Eine Adresse konnte sie uns aber leider nicht nennen. Immerhin waren wir schon wieder einen Schritt weiter gekommen. Also gab es keinen Grund nicht optimistisch zu bleiben 🙂

Mittlerweile war es schon Nachmittag geworden und ein bisschen genervt waren wir schon. Wie irgendwie schon erwartet, konnten wir unter der angegebenen Telefonnummer leider niemanden erreichen. So befragten wir doch noch einmal das Internet und fanden nach einigem Suchen den passenden Eintrag mit einer Adresse. Mit dieser fütterten wir unser Navi und brachen auf Richtung der 60Km entfernten Stadt Las Palmas im Norden der Insel. Das Navi führte uns weit durch die Stadt in Richtung Hafen bis in ein schäbiges Industriegebiet hinein – Das soll wirklich unsere Zieladresse sein?!? Das konnte ja nun wirklich nicht sein. Nirgends war ein Hinweis auf das Institut zu finden. Völlig frustriert drehten wir um und machten uns auf den Rückweg

Unser Heimweg führte uns kurze Zeit später am Centro de Salud von Las Palmas vorbei. Wir hatten ja nichts zu verlieren und fragten auch hier noch einmal nach der Adresse. Auch dort konnte man uns (natürlich) nicht helfen, aber man verwies uns weiter an die Uniklinik von Las Palmas. Da diese sowieso auf unserem Rückweg lag, versuchten wir dort auch noch unser Glück. Schon die Anfahrt war eine Herausforderung. Um in das Parkhaus zu gelangen, mogelten wir uns durch die Krankenwagenzufahrt. Der Haupteingang war komplett wegen Bauarbeiten gesperrt und die Dame an der Information sprach natürlich kein Englisch. Doch Sie schickte uns weiter in den ersten Stock zu einem netten Herren, mit dem wir unser Problem auf Englisch besprechen konnten. Und man soll es kaum glauben: Wir waren zwar zu spät (mittlerweile war es schon nach fünf Uhr), aber anscheinend am richtigen Ort. Morgen ab acht Uhr würde man uns im zweiten Stock in Modul 5 weiterhelfen können. Überglücklich machten wir uns endgültig auf den Heimweg.

Aber unsere Suche war noch nicht zu Ende, wie sich dann am nächsten Morgen herausstellte.

Nicht pünktlich um acht Uhr, aber immerhin gegen halb zehn und weiteren 120 Km Autofahrt, standen wir nach kurzer Suche vor Modul 5 im zweiten Stock. Erfreulicherweise mussten wir auch nicht Schlange stehen und konnten versuchen, unser Anliegen vorzutragen. Und wieder stießen wir auf völliges Unverständnis: Impfen würde man hier nicht J Da gäbe es doch die Impfstelle. Die genaue Adresse, könnte man uns aber nicht sagen. Die Impfstelle wäre in einem braunen Gebäude in der Nähe des „Place de Belem“. Dieser Place stellte sich als ein riesiger Kreisverkehr heraus direkt vor dem Industriehafen. Braune Gebäude gab es hier viele. Das letzte Stück des Weges half uns dann die Polizei auf die Sprünge. Nur noch 400 Meter trennten uns noch vom Ziel, das am Rande des schäbigen Industriegebietes lag, in dem wir gestern schon gewesen waren.

Endlich am richtigen Ort angekommen, waren wir angenehm überrascht. Nach einer ausführlichen Impfberatung mussten wir nur noch eine letzte Hürde meistern: Die Impfstelle selber durfte kein Geld annehmen, und aus dem Grunde schickte man uns mit einer Rechnung zur nächsten Bank. Nach all den verschiedenen Herausforderungen meisterten wir diese leichte Übung ohne Probleme und waren gegen Mittag endlich beide gegen Gelbfieber geimpft.

Den restlichen Tag wollten wir nutzen, um den Norden der Insel zu erkunden. So führte uns unser Weg zuerst nach Acuras.

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In einer gemütlichen Bar feierten wir bei Tapas unseren Impf-Erfolg, bevor wir den hübschen, alten Ort und die berühmte Rum-Destille „AREHUCAS“ besichtigten. Die enttäuschend kurze Führung durch die Rumfabrik wurde durch die anschließende „geistreiche“ Verkostung wieder ausgeglichen und wir deckten uns reichlich für die kommenden langen Abende ein.

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Weiter ging es hoch hinauf in die Berge nach Teror. Die Altstadt kam uns völlig verlassen vor. Sehr schade, denn die alten Häuser und Kirchen waren wirklich prachtvoll anzuschauen. Vielleicht lag es auch an dem ungemütlichen Wetter, das hier hoch oben in den Bergen herrschte.

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Auch wir drehten nur eine kurze Runde, da Dietmar mit seinen kurzen Hosen, die er den ganzen Winter über zu tragen gedenkt, doch etwas frostig war 😉 Natürlich nicht diese Hose im Speziellen sondern kurze Hosen im Allgemeinen 🙂 Zum Schluss unserer Tour hatten wir uns noch einen ganz besonderen Leckerbissen aufgehoben. Südlich von Las Palmas ist noch einen kompletter Vulkan-Krater erhalten geblieben, den man von einem nahegelegenen Berg toll überblicken kann.

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Auf dem Rückweg nutzten wir unseren fahrbaren Untersatz noch zu einem IKEA-Besuch. Hier kauften wir noch einige Stapelkisten, mit deren Hilfe wir noch mehr Ordnung in unser Schiff bringen wollten. Nach einem kurzen Besuch beim Schachtel-Wirt (Mc Donald) genossen wir gemeinsam einen ruhigen Abend an Bord.

One thought on “Was man alles tun muss, um eine Gelbfieberimpfung zu bekommen

  • December 28, 2014 at 9:45 pm
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    Liebe Katja und Dietmar,
    endlich habe ich auch malZeit gefunden, euere website zu besuchen. Ihr macht das schon richtig so – immer schön langsam und das Leben geniessen. Ihr hatte ein nettes Weihnachtsfest bei sommerlichen Temperaturen. Bei und war das Wetter bis vor 2 Tagen nicht toll. Nun aber wurde endlich Winter und der glitzernde Schnee hat alles verzaubert. Unsere kleine Miez (unser Kater war gestorben) testete ihren ersten Schnee und wir hatten alle Spaß dabei, sie zu beobachten. Morgen geht es wieder arbeiten. Im neuen Jahr gibt es glücklicherweise neuen Urlaub, dann wir dann dringend zur Erholung nach unserem extremen Jahr 2015 brauchen. Vielleicht ergibt es sich ja sogar, dass unser Urlaubsort dann mal mit eurer Route kreuzt. Ganz liebe Grüße auch von Uwe und den Mädels, Tina

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