Abkürzen verboten

Als der Wecker klingelte, waren wir beide begeistert. Aber pünktlich um sieben Uhr machten wir die Leinen los. Neben uns auf der MENTOR standen Wolfgang und Waltraut auch schon in den Startlöchern. Sie hatten dasselbe Ziel wie wir und wir freuten uns schon auf einen weiteren netten Abend mit den Beiden.

An diesem Morgen herrschte um uns herum allgemeine Aufbruchsstimmung. Mehr als zehn Yachten machten sich bereit. Wir belegten im Ablege-Rennen eine souveränen Platz 2 und konnten den Hafen sogar vor der einlaufenden großen Personenfähre verlassen. Draußen erwartet uns mal wieder eine raue See, da der Wind noch gegen die Strömung stand. Wir traten die Flucht nach vorne an und gaben Vollgas, damit das Geschaukel bald ein Ende nehmen sollte. Ich traute meinem Magen auch noch nicht wirklich über den Weg und blieb brav an Deck und beachtete alle Regeln, die gegen Seekrankheit helfen sollten. Als wir endlich so weit von der Küste entfernt waren, dass wir Kurs in Richtung L’Aber Wrac’H anlegen konnten und auch die Segel setzen konnten , wurde es gleich angenehmer und die Summer lag ruhiger im Wasser. Obwohl wir kreuzen mussten, konnten wir unseren zweiten Platz verteidigen und näherten uns schon am Mittag der Flußmündung des L’Aber.

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Die Landschaft hier war atemberaubend. Unzählige kleine und große Insel lagen vor der Küste verstreut. Da wir den Flusslauf bei Niedrigwasser erreichten, lagen rechts und links vom Fahrwasser breite Strandflächen, Austernbänke und große Steinbrocken in der Sonne. Vorsichtig folgten wir dem gut betonten Fahrwasser. Hier hätte eine Abkürzung wahrscheinlich fatale Folgen. Sogar der Kapitän, der gern mal eine Ecke schnibbelt, hatte heute alle Zeit der Welt 🙂

Im Hafen wurden wir freundlich empfangen und zu einem freien Platz geleitet. Ein toller Service, den wir bisher in Frankreich und auch in Guernsey sehr genossen haben. Ohne lästiges Gesuche wird man mit einem Schlauchboot an einen Platz gebracht, der groß und auch tief genug für die Yacht ist. Das erspart einem lästiges und auch peinliches Gesuche.

Es ist toll, so früh an einem neuen Ort anzukommen. Der ganze Nachmittag lag noch vor uns. Zuerst machte sich Dietmar aber auf den Weg, um auf der MOLINE Christoph und Katja bei Problemen mit der Kurzwellenfunkanlage zu helfen. Dann besuchten wir, wie so oft zuerst den örtlichen Supermarkt. Dieser war noch weiter entfernt als der in Roscoff, hatte aber immerhin geöffnet 🙂 Wenn man mal seinen gesamten Wocheneinkauf zu Fuß nach Hause getragen hat, weiß man den Luxus eines Autos erst wirklich zu schätzen. Diesmal hatten wir aber Glück. Eine junge Frau hatte Erbarmen und fuhr uns bis zum Hafen. Hätten wir das gewusst, hätten wir doch noch eine paar Flaschen Wasser eingekauft 🙂

Nach einem sehr späten Mittagessen mit französischen Bratwürsten, machten wir das Dinghi klar und machten unseren ersten größeren Ausflug auf die benachbarten Inseln. Sicherheitshalber ging nur die kleine Zweitkamera, verpackt in eine Plastiktüte mit auf die Reise. Man weiß ja nie…. So geübt sind wir ja noch nicht. Aber wir erreichten unser Ziel sicher und trocken. Die Küstenlandschaft ist wirklich wunderschön und beeindruckend.

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Nach dem frühen Start am Morgen endete unser Abend früh. Nachdem das Dinghi wieder sicher auf der SUMMER verstaut war und Dietmar noch ausgiebig mit dem großen Wasserschlauch alles gewaschen hatte, was nicht niet- und nagelfast war (leider auch durch eine leicht offenen Luke meinen Laptop, aber der ist ja wasserfest), gab es noch leckere Crepes. Ich nutzte den restlichen Abend, um wieder Ordnung in meine Fotos zu bringen und die Bilder fürs Internet zu sortieren und vorzubereiten. Für den morgigen Samstag war Regen angesagt: Zeit, die Internetseite wieder auf Stand zu bringen und endlich ein paar Email zu beantworten.

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