Ein ungebetener Gast in der Nacht

In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde in Oostende der Sieg der Italiener gegen England ausgiebig gefeiert. Es kam uns so vor, als wäre der Yachthafen das Epizentrum einiger feiernder Fanclubs. Die Krönung ereignete sich aber dann morgens um Viertel vor Vier: Schon seit einigen Minuten war wieder eine lautstark lärmende Gruppe nur wenige Meter entfernt auf dem Kai zu hören. Dann ein lauter Knall durch den Sprung auf unseren Schwimmsteg …..und dann ……Schritte an Deck unserer SUMMER. Ich dachte, ich spinne! Dietmar war noch nicht ganz wach, während ich schon aus dem Bett nach vorne geschossen war. Schnell das Rollo hochgerissen: Direkt vor meiner Nase sah ich Beine mit Turnschuhen. Ich hämmerte gegen die Scheibe und riss im selben Moment das Luk auf und habe geschrien: „Verschwinde, Du…….!!!“ (das wollen wir mal besser zensieren :-) ).
Schnell sucht der jugendliche Rotzlöffel das Weite und flüchtete zu seiner Clique, die oben an der Kaimauer stand und johlte. Sichtlich amüsiert verzogen sich die Jugendlichen in Richtung Stadt.
Na prima, an Schlafen war erstmal nicht zu denken. Nicht, dass es sich um eine wirklich gefährliche Situation gehandelt hätte. Trotzdem blieb ein fader Nachgeschmack. Jemand hatte uneingeladen unser Zuhause betreten. Das ging ja mal gar nicht! Wir entschieden uns, am nächsten Tag mit dem Hafenmeister zu sprechen und um einen anderen Liegeplatz zu bitten. Außerdem legten wir fest, ab jetzt die Rehling abends immer zu schließen. Hätten wir das gemacht, wäre der betrunkene Vogel schon an dieser Hürde gescheitert und wahrscheinlich ins Wasser gefallen 🙂 Nach fast zwei Stunden fielen uns dann doch wieder die Augen zu.
Wie geplant marschierten wir nach dem Frühstück direkt zum Hafenmeister. Die waren ehrlich erstaunt. An unserem Platz liegt sonst ein dauerhaft bewohntes Boot und solche Probleme hatte es bis heute noch nicht gegeben. Naja, die Fußball-WM ist ja auch eine Ausnahmezeit. Da passieren wohl mal Dinge, die sonst nie passieren. Wir erhielten die Erlaubnis, unser Boot am Steg bis nach ganz vorne zu verholen. Damit haben wir jetzt genug Abstand zur Kaimauer. Das gefällt uns viel besser 
Beruhigt machen wir uns wieder zu Fuß auf den Weg zur Pferderennbahn von Oostende. Leider beginnt hier die Sommersaison erst am 30. Juni. Keine Pferderennen, keine Theatervorstellungen, sogar die Ausstellung der Sandskulpturen am Stand eröffnet erst am 28. Juni. Wie es scheint sind wir mindestens eine Woche zu früh für den belgischen Sommer.
Wir trösteten uns über diese Erkenntnis wieder mit leckeren belgischen „Pannekoken und Apfeltaart“. Das gibt es, Gott-sei-Dank, wenigstens das ganze Jahr. Zurück an Bord stand Törnplanung für unsere Weiterreise in Richtung Frankreich auf dem Plan.

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